In meinen Bildern betrachte ich, wie individuell und beeindruckend jedes Element in einem Netzwerk eingebunden ist und wie es gleichzeitig davon getragen wird.

Die Ideen, Formen und Motive dafür sind unmittelbar aus der Natur entnommen, wobei der Baum meine bevorzugte Quelle ist.

Es ist nicht nur das Wechselspiel der Lichtreflexe auf den Blättern oder Zweigen und Ästen sondern auch der Kontrast von Vitalität und Fragilität der mich hierbei interessiert.

Sehr große Bedeutung hat für mich die Anordnung der Strukturen. Hierbei spielt eine besondere Rolle, in welcher Beziehung die Einzelheiten zueinander stehen und wie sie aufeinander wirken. Ich möchte einerseits einen winzigen Augenblick in der Ewigkeit festzuhalten, andererseits aber auch das Verhältnis der Elemente zueinander entschlüsseln, hervorheben und darstellen.

Die Dinge ändern sich, nichts bleibt so, wie es ist. Was am Ende herauskommt, wissen wir erst, wenn wir einen Weg gegangen sind. 

Meine Malerei entwickelt sich aus meinem ursprünglichen Thema weiter, sie löst sich vom eigentlichen Element, so dass offenbar die Farbigkeit der Strukturen Hauptbestandteil wird.  

Es ist ein fortschreitender Prozess, als würde ich auf einem Floß stehend einen Fluss hinabfahren. Über Stromschnellen, rauschende Abschnitte. gurgelndes Wasser oder an ruhigen und seichten Stellen vorbei, die Spiegelungen des Wassers und glitzernden Lichts wahrnehmend. Mal nahezu unbeweglich, mal rasant, im Ganzen unaufhaltsam.


Heidrun Kohlgraf

Juni 2020